
Neben den Hard Skills, d.h. den formalen Voraussetzungen, um die Ausbildung zum Patentanwalt geniessen zu dürfen, benötigt ein Patentanwaltskandidat natürlich weiterführende Kompetenzen; die sogenannten Soft Skills.
Mich würde interessieren, welche dies im Speziellen sind und rufe alle Leser auf, in einem Kommentar Vorschläge zu benötigten Soft Skills zu machen. Als Gedankenanstoß fallen mir spontan folgende Punkte ein:
Die Kommentare müssen sich natürlich nicht auf diese Vorschläge beschränken, sondern ich bin auf weitere Meinungen gespannt. Bei ausreichender Teilnahme werde ich zu gegebenem Zeitpunkt eine Zusammenfassung hier im Blog schreiben.
Bildquelle: Employer von Ramzi Hashisho
Freude an der Juristerei ist ausgesprochen hilfreich. Ein Kollege meinte einmal, Juristen seien “Sprachmathematiker”. Das trifft es m. E. ganz gut:
Wer entweder tatsächliche Probleme mit exakter Formulierung in deutscher Sprache hat, oder nicht gern(!) um Formulierungen ringt, die einen Sachverhalt exakt treffen, sollte die Finger von diesem Beruf lassen.
Noch ein Punkt, an dem mensch Spaß haben sollte: Der Patentanwalt ist in der Praxis eine Art Übersetzer zwischen der Welt des Erfinders und der des Richters - denn Patente werden für den Verletzungsfall formuliert, müssen letztlich für einen Volljuristen (in seiner Sprache) verständlich sein.
Daraus ergeben sich unterschiedliche Aspekte der angefragten “Soft Skills”: Ein Patentanwalt muss in der Lage sein, einem Anmelder und einem Erfinder gleichermaßen gut zuzuhören und hieraus zu extrahieren, was einerseits der Anmelder - aus Sicht des Juristen - tatsächlich will und was der Erfinder tatsächlich erfunden hat. Beides ist nicht nur bei ungeübten Anmeldern und Erfindern nicht mit dem deckungsgleich, was sie selbst im ersten Moment meinen.
Dann muss der Anwalt seine Erkenntnis dessen, was der Anmelder will und was der Erfinder erfunden hat, nicht nur in die passende juristische Form gießen, sondern sollte auch noch willens und in der Lage sein, diese Form dem Anmelder und dem Erfinder zumindest in Ansätzen zu erklären.